Diesmal hatten wir die angekündigten Geräte (25cm f/6, Hartpapier-Volltubus,
Selbstbau, und 20cm f/5, Blechtubus, Industriegerät) zum unmittelbaren Vergleich
zur Verfügung. Leider spielte das Wetter nicht mit, und statt der erhofften
Durchsicht blieb nur die Ansicht der Geräte.
Beeindruckend war zunächst die unterschiedliche Größe, die ja nominell nur um
eine "Nummer" verschieden ist. Beim Viertelmeterrohr waren da die Grenzen von
Handlichkeit und Transportabilität (mit 165cm Tubuslänge kombipflichtig!)
deutlich in Sichtweite.
Auch beim Anschaffungswiderstand unterschieden sie sich deutlich: ca. 0.5
Kiloeuro beim Kaufgerät gegenüber ca. 5 Kiloeuro beim Selbstbaurohr, dies
allerdings inklusive einer Garnitur guter Pentax-Okulare.
Der Große konnte dafür bei der Qualität punkten, z.B. mit sehr leichtgängiger
Lagerung (Widerstand in Azimut einstellbar), niedrigem JMI Crayford-Auszug,
einer ausgeklügelten Schwärzung der Tubusinnenwand (Mankiewicz (ex-Tetenal)
Kameralack auf Flüssig-Rauhfaser) und last, but ganz bestimmt not least, mit
LOMO-Spiegel inkl. Interferogramm (Strehl 0.988!).
Bei der Schilderung der Beschaffungsentscheidungen beim Selbstbau gab es u.a. zu
lernen, dass es bei 25cm Spiegeln die meisten Quadratzentimeter Spiegelfläche
für den Euro gibt. Naturgemäß nahm auch die Diskussion der Spiegelqualität
einigen Raum ein. Schade nur, dass wir nicht am lebenden Objekt sehen konnten,
was 0.988 Strehl in der Praxis z.B. am Saturn bringen.
Dennoch war es nach meinem Eindruck ein sehr nützlicher Abend, weil am konkreten
be-greif-baren Gerät die Entscheidung für oder gegen eine Ausführungsvariante
leichter fällt als nur nach der Papierform.
Vielen Dank noch mal an Werner Skolaude, der sich den Fragen und sein Gerät den
Fingern der Selbstbauer-Gemeinde ausgesetzt hat, und an Wolfi Ransburg, der uns
den Kleinen leihweise überlassen hat.
(cph)