Partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

Version vom 10. Juni 2021, © Martin Elsässer, mondatlas.de

Am Finsternistag war das Wetter bei München recht unsicher. Außerdem gab es noch während der Finsternis einen ISS Transit vor der Sonne, auf einer Linie von südlich von Ulm bis nördlich von Ingolstadt. Diese schöne Kombination wollte ich aufnehmen und bin daher nach Nord-Westen gefahren, zum Kloster Holzen bei Nordendorf, südlich von Donauwörth. Auf dem dortigen Parkplatz wäre dann auch der Transit gut passend gewesen.

Anfang

Nach der etwas späten Ankunft am Kloster konnte kurz visuell geschaut werden, doch schon kam eine "Schweinewolke" herangequollen und verbarg das Schauspiel.
Wolken beim Kloster

Erst um 12:02 konnte die erste Aufnahme mit Kamera am Teleskop gemacht werden. (Mehr zur Technik unten.)

Sonnenfinsternis um 12:02
Die erste Aufnahme der partiellen Finsternis gegen 12:02. Der untere Teil konnte wegen Wolken dann gar nicht erfasst werden.
Da die Wolken immer dicker wurden, habe ich alles wieder ins Auto geworfen und bin schnell weiter nach Westen, wo es schön frei war. (Hinweis für die Zukunft: immer noch weiter fahren als scheinbar ausreichend.) Durch schlechte Vorbereitung war mir aber gar nicht klar wo ich dann wie genau wieder die Zentrallinie treffen würde. Auch hier können wir besser werden.

Maximale Verfinsterung

Maximale Bedeckung der Sonnenfinsternis
Nach dem schnellen Standortwechsel nach Westen (ca 2km westlich von Ehingen, direkt an der Strasse) konnte die maximale Verfinsterung ohne Wolken gegen 12:29 dokumentiert werden. Die genaue Form des Mondrandes wird hier auch durch die Luftunruhe gestaltet, sieht aber dennoch nett aus. Bald kam auch eine freundliche Dame per Fahhrad vorbei und hat mit beobachtet.

ISS Transit gegen 12:51:47

Pünktlich zum Zeitpunkt des ISS Überflugs kam dann auch hier eine Wolke heran. 40s vorher war die Sonne noch völlig frei, dann waberte es zu. Die Aufnahmenserie wurde dennoch gestartet, auch wenn auf dem Monitor kaum etwas zu erkennen war. Eine schnelle Inspektion der Bilder im hellen Umfeld lies kaum was erkennen, also wohl nix gewesen.
Nach dieser partiellen Enttäuschung wurde erst zu Hause erkannt, das die ISS doch erfasst werden konnte. Leider habe ich wegen der Wolken den oberen Teil der Sonnenscheibe (den Teil mit dem Mond davor) nicht mehr aufgenommen. Bin halt doch doof. (Hinweis für die Zukunft: Andere Kamera/Optik nehmen, damit es kein Mosaik braucht.)

ISS vor der Sonne zur SoFi
ISS vor der Sonne während der SoFi. Jedes zweite Bild der Kamera wurde mit Minimum gestackt und das Ergebnis invertiert. Das geht vielleicht von der Bearbeitung her noch etwas besser, ist aber auch so schon viel mehr als ich vor Ort erwartet hatte.

Danach

Nach dem Stress mit der ISS wurden noch Spielereien mit einer DSLR und handgehaltenen Filtern gemacht.

Restbedeckung, durch einen kleinen Filter
Ein kleiner Sonnenfilter, 2m vor eine DSLR gehalten. Nicht mehr viel Verfinsterung, aber irisierende Wolken und Pollen und Zeug.

Partielle Finsternis mit Greifvogel
Bei einer der Aufnahmen mit einem anderen Filter und mehr Zoom war auch noch ein Greifvogel im Bild, vielleicht eine Weihe?

Technik

Ich hatte einen 100/900 ED Refraktor im Einsatz, mit Baader Planetarium Herschelkeil, SolarContinuum Filter und ND3.0 Filter. Die Kamera war eine Lumenera Lt225, monochrom mit 2000x1000 Pixeln. Montiert war das auf einer azimutalen Goto Montierung eines Celestron CPC1100.
Als Sonnenschutz wurde alles mit einem Tuch mit Sternenmotiv umhüllt. Sehr passend.
Der Sensor der Kamera hat ca 2:1 Seitenverhältnis, daher mussten immer zwei Serien aufgenommen werden um die ganze Sonne zu erwischen. Das hat nicht immer geklappt.
das Fernrohr

Beim nächsten Mal vielleicht mit kleinerem Gepäck arbeiten, so das schneller der Standort gewechselt werden kann. Die dicke Nachführung braucht es eigentlich nicht.

Ein vorhandenes H-Alpha Fernrohr war zu Hause im visuellen Einsatz. Vielleicht beim nächsten Mal.

Zukunft

Schee wars. Nächste Gelegenheit dann im Oktober 2022.